Meine Winterausstattung zum Motorradfahren

Ich fahre ja das ganze Jahr durch, der Spruch „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“ stimmt so nicht. Es gibt sehr wohl schlechtes Wetter, bei Schnee und Eis fahre ich auch nicht los (außer zu den Elefantentreffen) , kann aber davon überrascht werden. Dann ist gescheite Ausrüstung hilfreich.

Da alle ehemals angeblich wasserdichten Anzüge mittlerweile Wasser jederzeit durchlassen,  habe ich mir jetzt einen Anzug von Rukka gegönnt, trotz des billigsten Modells Simot-Jacke und RCT-Hose bei Louis mit diversen Vergünstigungen und Boni gekauft,  habe ich immer noch 630 Euro dafür ausgegeben. Dafür ist die Membran nur als Z-Liner ausgeführt, hängt also zwischen Außenhülle und Futterstoff.  Liebend gerne hätte ich natürlich den Top-End-Laminat-Anzug gehabt, aber der hätte das dreifache gekostet, das wollte ich nicht ausgeben!

Auch der günstigste sollte dicht sein und wenn nicht, werde ich den zurückgeben.

Leider fehlt der Jacke auch noch ein Rückenprotektor, der passende von Rukka kostet bei fast allen Anbietern 80 Euro, ich habe mich aber für den Ortho-Max von Orthema entschieden, die haben derzeit (Jahreswechsel 2018/2019)  auch eine Aktion, für 85 Euro gibt’s dann einen richtigen Rückenprotektor der nicht in der Jacke hängt, sondern immer über der Wirbelsäule gehalten wird. Ist wahrscheinlich wie so vieles eine Glaubensfrage, ein in die Textil-Jacke integrierter ist besser als gar keiner, ein „extra“-Protektor verrutscht aber nicht.

Den ersten Test hat die Jacke mal bestanden, ich habe einfach ein bisschen Wasser auf die Jacke gegossen und gekuckt, was passiert. Nix. Wie langweilig. Also hab ich mit dem Finger versucht, das Wasser in den Außenstoff einzureiben. Ging nicht. Also die Imprägnierung der äußeren Schicht scheint mal nicht schlecht zu sein.

Zum Vergleich dann auch noch die Hose nach 200 km Fahrt auf feuchter Straße, also mit jeder Menge Sprühnebel vom Vorderrad, der sich dann auf dem Gewebe niederschlägt und so ein bisschen den Lotus-Effekt beeinträchtigt.

Richtigen Dauerregen hatte ich noch nicht, der wird aber bestimmt kommen.

Darauf warte ich auch noch aus einem anderen Grund: ich habe mir für 37.51 Euro (incl. Versand) eine Unterzieh-Sturmhaube gekauft, der Kragen mit Gummizug wird über dem Jackenkragen getragen und besteht aus drei verschiedenen Materialien. Oben auf dem Kopf irgendwas, was andere Sturmhauben auch haben um den unteren Teil an Ort und Stelle zu halten. Vorne vor dem Kinn ist Neopren, dieses etwas steifere Material als Textil hält den Bereich vom Nasen- und Mundbereich weg (zumindest bei mir) und sorgt dafür, dass die Ausatemluft nicht direkt auf die Innenseite des Visiers geblasen wird. Das scheint auch zu funktionieren.

Ich habe vom Anbieter Art for function die Erlaubnis erhalten, deren Bilder zu verwenden, darauf sieht man das Prinzip wesentlich besser, als auf meinem Kleiderhakenbild. Also die beiden folgenden Bilder sind nicht von mir, sondern zur Verfügung gestellt.

Der untere Teil, der über dem Jackenkragen getragen wird,  ist aus einem Material von dem der Anbieter behauptet, dass es wind- und wasserdicht sei. Also winddicht kann ich bestätigen. Trotz Temperaturen um 0 C° hatte ich ein subjektiv angenehmeres und zugfreieres Gefühl als mit konventionellen Hauben. Es gibt etwas ähnliches für das halbe Geld von Reusch, kann man bei Polo kaufen. Das hatte ich auf der Suche nach einer Abdichtung der Schwachstelle Hals bei Starkregen auch mal gekauft. Sieht ähnlich aus wie das Teil von Scott/Art for function, hat aber einen entscheidenden Nachteil: Dort wo die Scott-Haube unten eine einstellbare Schnur zum Anpassen an die Kragenweite hat, hat die Haube von Reusch einen nicht verstellbaren straffen Gummizug, ähnlich den Beinabschlüssen von Pampers-Windeln. Das führt dazu, dass man es nicht alleine anziehen kann. Schließlich hat man schon die Jacke an, vielleicht sogar nen Pullover drunter und muss mit beiden Armen gleichzeitig sehr beweglich sein, da der unverstellbare Gummizug den Halsabschluss immer wieder verzieht, wenn man an der anderen Seite ausrichtet.  Der Scott ist da relativ easy anzu passen, da der Zug erst dann gezogen wird, wenn man die Haube über den Kragen gezogen hat, dabei genügt ein Arm, mit dem man die Haube ausrichtet. Dann zieht man vorne und es liegt dicht an. Kleines aber wichtiges Detail, das den Unterschied zwischen „billig“ und „funktioniert“ ausmacht.

Darüber trage ich im Winter meinen Held ST6, mittlerweile ein „alter“ Helm, aber aus Carbon und schön leicht. Leider öffnet das Visier nicht sehr weit, im Sommer ist das lästig, weil man die Unterkante des Visiers im Blickfeld hat und so richtig leise ist er auch nicht. Dafür passt er farblich zu fast allen Motorradanzügen.

An Handschuhen habe ich mir im November 2018 bei einem Abverkauf von Louis noch dicke Winterhandschuhe, Held Tonale gegönnt, statt 130 Euro gab’s die für 89 Taler, mit denen bin ich aber noch nicht so begeistert. Die Länge der Finger ist bei diesem Paar wie maßgeschneidert, aber das Bedienen des Navis (ich habe einen BMW-Navigator 5 der von Garmin hergestellt wurde) ist fast nicht möglich, zumindest nicht über den Touch-Screen. Ansonsten sind sie schön kuschelig und winterhandschuh-mäßig ohne ausgeprägtes Griffgefühl.

Dabei gehen die Stulpen (die man mit einem Wärmepad bestücken könnte) gerade noch so in die Ärmel der RUKKA Jacke.

Bleiben noch Stiefel; da nutze ich meine Stiefel, die ich auch im Sommer trage, Daytona Big Travel GTX. Die haben eine Lederabdeckung über den Reißverschlüssen, das ist praktisch wenn man zu den Elefantentreffen fährt, dann reibt sich kein Schnee in den Reißverschluss und man kriegt sie einfacher auf und zu. Bilder von denen stelle ich nicht ein, die sind schon über 10 Jahre alt und sehen aus, als ob ich alle Kilometer damit zu Fuß zurück gelegt hätte.