Bridgestone AX41

Montiert habe ich den Satz Reifen am 27.03.2019 bei Kilometerstand 26 872.

Für die Datenbegeisterten: 
Hinterrad:

Das Hinterrad hat 28 Reihen Profilblöcke, je 14 mit 3 breiten und 14 mit 5 schmäleren Blöcken, die Profiltiefe beträgt 10 mm, also ein ganzer Zentimeter, der Abstand der Reihen zueinander beträgt zwischen 27 und 30 mm. Die Breite des Hinterrads betrug montiert und mit 2,9 bar befüllt 169 mm.

Vorderrad:

Das Vorderrad hat 42 Reihen Profilblöcke, je 21 mit 3 Blöcken und 21 mit 5 Blöcken. Die Profiltiefe beträgt im Neuzustand 8 mm, der Abstand der Stollenreihen am Vorderrad zur nächsten Reihe  beträgt zwischen 23 und 24 mm. Die Breite des Vorderrads war 118 mm bei 2,5 bar.

Wie fährt sich der Bridgestone AX 41

Ich habe den Reifen mit dem Luftdruck den BMW vorgibt gefahren, also 2,5 bar vorne und 2,9 bar hinten. Ich habe den Luftdruck auch im Gelände nicht abgesenkt. War auch nicht nötig, der hat auch vollgepumpt schön gegriffen.

Zuerst muss man noch mal darauf hinweisen, dass der AX41 ein Stollenreifen ist. Das bedeutet, dass er sich anders fährt als ein Straßenreifen. Vor allem bei Richtungsänderungen muss man sich bewusst sein, dass sich der Lenker im Stand und bei langsamen Geschwindigkeiten nicht mehr so einfach von links nach rechts drehen lässt, dafür aber das Motorrad sehr leicht in Schräglage zu bringen ist. Das gilt für alle Stollenreifen und ist nicht spezifisch für diesen Reifen.

Was für den AX 41 aber modellspezifisch ist, ist das er von allen Mitbewerbern die es in den Größen für die BMW R1200 GS gibt, der deutlich am geländelastigsten ausgelegte ist. Das sieht man am Profil, während der AX 41 auf eine 3 – 5 Verteilung der Profilklötze mit entsprechendem Negativanteil setzt, haben der Continental TKC80 und der Michelin Anakee Wild sowohl am Hinter-, als auch am Vorderrad eine 4 – 5 Aufteilung und weniger Negativanteil. Der Metzeler Karoo 3 hat eine meiner Meinung nach völlig andere Idee von einem Geländereifen.

Wie so oft sind die Reifeneigenschaften wie ein Tischtuch, zieht man an einem Ende, wird es am anderen Ende etwas weniger.

Beim AX41 wirkt sich das auf das Komfort-Empfinden auf der Straße aus, da braucht er eine gewisse Einfahrphase bis die allerschärfsten Kanten des Profils (so wie er aus der Form kommt) etwas angefahren sind, vielleicht ist auch ein bisschen Eingewöhnungsphase für den Fahrer notwendig.

Dafür macht er abseits befestigter Straßen richtig Laune! Ich habe das große Glück in einem ländlich geprägten Bereich zu wohnen, wo viele Feldwege noch nicht gesperrt sind und habe mir im Laufe der Jahre auch ein Stückchen Wald gekauft (zum Feuerholz machen) wo ich fahren kann. Zu allem Überfluss gibt es auch Bauern mit denen ich reden konnte und die Erlaubnis habe „mal“ zu fahren, sofern ich in der beginnenden Vegetationsphase nicht alles umgrabe.

Ich habe ein paar Handy-Aufnahmen mit Windows bordeigenen Mitteln zusammengeschnitten.

Ich weiß, so richtig professionell ist das nicht, aber es hat Spaß gemacht. Zuerst bin ich in den eigenen Wald gefahren und habe dort das Motorrad bis zur Achse „eingegraben“, ich hatte einen Strick angebunden damit es nicht vorwärts kam, mit der Integralbremse hätte ich es nicht so einfach hingekriegt. Trotzdem hat sich der Reifen wieder aus dem Loch herausgeschaufelt. Was mir dabei gut gefallen hat, war wie der Reifen sich aufgrund der Form der Profilklötze freigeworfen hat.

Anschließend ging es über nasse Wiese, man sieht das nassschwarze Gummi des Reifens, danach einen steilen Fußweg hinter unserem Haus den Berg hoch und noch zwei Kurven auf der Straße.

Insgesamt ist er auf Augenhöhe mit seinen Wettbewerbern mit deutlichem Schwerpunkt auf „Abseits der Straße“, gefällt aber auch auf geteerten Straßen.

Ich bin mir noch nicht sicher, wie das mit der Laufleistung ausgeht. Ich habe jetzt 2600 km runter und hinten schon deutlich weniger Profil als ein Neureifen. Wenn man das hochrechnet, sind wie bei den Mitbewerbern ca. 5000 km drin.

Ich habe den AX41 jetzt nicht geschont, bin auch mal auf der Autobahn ne viertel Stunde schneller als die zulässigen 160 km/h gefahren, die Klötzchen sind aber hinten und vorne noch alle dran.

Insgesamt eine Geschichte, die mir sehr viel Spaß gemacht hat, ich ertappe mich momentan dabei, immer öfter ganz genau und viel mehr als bisher auf die Einfahrten zu Waldwegen zu achten, ob da das doofe runde Schild mit dem roten Rand steht oder nicht. Wenn man dann dort Spaziergänger mit und ohne Hund oder Reiter sieht, muss man natürlich langsam machen und auch so manches entrüstete Gesicht hinnehmen, wenn’s aber nicht verboten ist, ist’s auch für Motorräder erlaubt, die Gelegenheiten sind leider schon eingeschränkt. Also der AX41 macht dabei locker mit und vor allem abseits befestigter Wege Spaß. Mir hat er wieder mehr Lust auf das „G“ in der Modellbezeichnung gemacht. Trockenen Schotter kann auch der A41 (ohne „X“) aus dem gleichen Haus ziemlich gut, aber richtig querfeldein bei ordentlichem Endurowandern ist natürlich ne Sache für ne gut funktionierende Stolle. So eine hat Bridgestone mit dem AX41 jetzt auch für die große GS im Programm.

Nachtrag: Ende Mai habe ich den AX41 beim Kilometerstand von 32 922 demontiert.

Montiert hatte ich bei km-Stand 26 872. Also eine Laufleistung von 6050 km. Für einen Stollenreifen sehr ordentlich!

Mit soviel Rest Gummi ist die gesetzliche Mindesttiefe natürlich bei weitem noch nicht erreicht und man könnte auf der Straße noch viele Kilometer fahren, für den Einsatz als Ackergraber ist das allerdings nicht mehr ausreichend. Selbst in diesem Zustand hätte der Reifen auf festgefahrenen Feldwegen und Schotter durchaus noch seine Vorteile (Durchschlagsicherheit, Spurführung vorne) gegenüber reinen Straßenreifen.

Zum Thema Zulässigkeit des Reifens mit dem Speedindex „Q“ auf der R 1200 GS:

Zum einen ist in meinem CoC die Größe eingetragen:

zum anderen ist das für alle Motorräder erlaubt, die nach EU-Recht zugelassen sind.

Derzeit gilt die „Verordnung (EU) Nr. 168/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Januar 2013 über die Genehmigung und Marktüberwachung von zwei- oder dreirädrigen und vierrädrigen Fahrzeugen“ , ich setze mal einen Link zur Datenbank der EU für ihre Rechtssätze

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/de/TXT/?uri=CELEX:32013R0168

Aufgrund dieser Verordnung wurden viele der bisher für die Zulassung von Motorrädern geltenden Verordnungen aufgehoben und die „Delegierte Verordnung (EU) Nr. 3/2014 der Kommission vom 24. Oktober 2013 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 168/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich der Anforderungen an die funktionale Sicherheit von Fahrzeugen für die Genehmigung von zwei- oder dreirädrigen und vierrädrigen Fahrzeugen“ erlassen.

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32014R0003

Wichtig für die Frage der Zulässigkeit der Reifen ist die Anlage XV (oder einfach 15) und dort die Ziffer

4.2.2.   im Falle von Fahrzeugen, die üblicherweise mit Normalreifen ausgerüstet sind und gelegentlich mit M+S-Reifen ausgestattet werden, wobei in diesem Fall das Symbol für die Geschwindigkeitskategorie der M+S-Reifen einer Geschwindigkeit entsprechen muss, die entweder höher ist als die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs oder nicht niedriger als 130 km/h (oder beides). Ist jedoch die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs höher als die dem Symbol für die niedrigste Geschwindigkeitskategorie der montierten M+S-Reifen entsprechende Geschwindigkeit, muss im Fahrzeuginnern an auffallender Stelle oder, falls kein Fahrzeuginnenraum vorhanden ist, so nahe wie möglich am Kombi-Instrument ein Warnschild mit dem niedrigsten Wert der zulässigen Höchstgeschwindigkeit der montierten M+S-Reifen angebracht werden.

Also wie bisher. Was oft behauptet wird mit der Übergangsregelung von Reifen mit DOT bis 2017 und Verwendbarkeit bis 2024 gilt nur für „alte“ Winterreifen für PKW die noch aufgebraucht werden dürfen. Die Regelung 117 gilt nicht für Motorräder, für die gibt’s die Regelung 75. Für Motorräder die nicht nach EU-Recht zugelassen sind, gilt diese Regelung eigentlich gar nicht.

Auf der GS darf man den AX 41 also auf jeden Fall fahren, allerdings mit Geschwindigkeitsaufkleber 160 im Sichtfeld des Fahrers.

Vorstellung Bridgestone T31 und A41 in Marokko

Bridgestone hatte einige Blogger nach Ouarzazate eingeladen um neue Motorradreifen vorzustellen. War ne coole Sache und ein Super-Event.

Bridgestone T31

Der T31 ist ein Sport-Touring Reifen der meiner Meinung nach ausgesprochen geeignet ist. Jede Menge Mopeds aller Hersteller und richtig schöne Strecken Außer den verschiedenen Motorrädern war kein Vergleich mit anderen Reifen möglich, aber ich konnte den T31 bei einer Ausfahrt von mopedreifen.de im Vergleich mit Michelin Road 5, Continental Road Attack3 und Metzeler Roadtec 01 fahren. Da hat mich der T31 schon absolut überzeugt. Was Handlichkeit und Spurstabilität angeht, übertrifft er die anderen Reifen deutlich und das sind keine Nasenbohrer sondern auch richtig gute Reifen. Nässequalitäten konnte ich nicht testen, das Wetter war zu schön. Bridgestone sagt, der kann auch nass

Bridgestone A41

Mit dem A41 hat Bridgestone auch einen Reifen für Reiseenduros im Programm damit kann man nicht nur abseits geteerter oder befestigter Untergründe Spaß haben, das geht auch auf „normalen“ Straßen. Eigentlich müsste jetzt das übliche kommen, wie toll der Reifen ist. Da ich aber kein bezahlter Claqueur bin und wie oben schon dargestellt, kein Vergleich mit dem Wettbewerb möglich war, lasse ich das bleiben. Bridgestone ist von den Nässeeigenschaften oder neudeutsch „wet-performance“ überzeugt: Ich kann aber sagen, dass wir nach der Vorstellung bei Reifenhandel Vuidar in Biebelnheim einen Satz A41 für die F650GS Twin meiner Frau gekauft haben und sie sich sehr wohl damit fühlt. Sie fährt eigentlich eher sehr touristisch, der A41 vermittelt ihr aber anscheinend so viel Vertrauen, dass sie sogar schon mal mit den Fußrasten aufgesetzt hat. (das erste Mal überhaupt, sonst kommt sie bei weitem nicht in diese Schräglagen)

Reifentest Oktober 2018 in Katalonien

Im Oktober 2018 hat mopedreifen.de einen weiteren Reifentest durchgeführt. Auf den Zahn gefühlt (besser auf’s Gummi) bekamen 4 aktuelle Reifen für die BMW R1200GS, Modell 2018.

Das waren der Michelin Road 5 Trail

der Bridgestone A 41 in der Standardausführung, also NICHT die Spezifikation „G“ die in der Erstausstattung (OE) für die kommende R1250 GS verwendet wird (was der genaue Unterschied ist, ist noch nicht bekannt)

der Michelin Anakee Adventure, der ebenfalls in der Erstausstattung der
R 1250 GS kommt, allerdings in der getesteten Version

und der Pirelli Scorpion Trail 2

Sicherlich gibt es noch jede Menge weiterer interessanter Reifen, die es verdient hätten, in der nach Unabhängigkeit strebenden, stolzen spanischen Provinz Katalonien dem rauhen Straßenbelag ausgesetzt zu werden.

Mopedreifen hat sich aber dafür entschieden, die beiden neuen Reifen, die ab Januar 2019 als Erstausstattung auf der R1250 GS verwendet werden zu testen, mit dem Pirelli Scorpion Trail 2 den für die GS meistverkauften Reifen und den ebenfalls ganz neuen Straßensportreifen Michelin Road 5 Trail. (Ohne den Zusatz Trail gibts den schon länger, aber der Trail hat eine andere Karkasse und andere Gummimischungen)

Hier mal eine Übersicht, wo wir uns überall rumgetrieben haben

Am Meer waren wir natürlich auch mal

 

 

Spaß hatten wir aber auch im Landesinneren

 

Jetzt aber mal zu den Reifen im Einzelnen:

Michelin Road 5 Trail:

Beim Road 5 handelt es sich im Gegensatz zu den anderen drei Reifen um einen Straßenreifen. Diesen Vorteil spielt er gnadenlos aus. Völlig unspektakulär und unauffällig macht er genau das, was einen guten Straßenreifen ausmacht: sehr handlich, trotzdem stabil in der Kurve und bei hohen Geschwindigkeiten, lässt sich auch in Schräglage noch korrigieren und liefert selbst in tiefsten Schräglagen einfach nur Schub nach vorne, wenn man den Griff rechts ganz dreht. Da rutscht nix, da wackelt nix, da pumpt nix.

Egal mit wem man, egal wo und egal in welchem Modus man unterwegs ist, einfach reinhalten, der Road 5 verdient sich jedes Lob, das man einem Reifen geben kann.

 

Der Konzernbruder (oder -schwester)

Michelin Anakee Adventure:

Der Anakee Adventure wird ab Januar 2019 den Anakee 3 als Erstausrüstungsreifen auf der neuen R1250GS ablösen. Wie man gelesen hat, bin ich vom Road 5 begeistert und habe mal bei Michelin nachgefragt, warum man einen „Adventure“ erfindet, wenn man schon einen Road5 hat.

Michelin bietet für die GS drei Reifen an:

  • Michelin Road 5 als Straßenreifen
  • Michelin Anakee Wild fürs Gelände
  • und nun den Anakee Adventure als Bindeglied zwischen den beiden anderen

Da nun auch die Optik in Richtung Geländeeignung getrimmt wurde, muss man mit der Geräuschentwicklung leben, oder wie ich Gehörschutz tragen. Ich habe einen Carbon-Helm ST6, der ist ziemlich laut. Mit Gehörschutz höre ich die Laufgeräusche des Anakee Adventure nicht, ohne sind sie hörbar.

 

Bridgestone A41

Den habe ich schon in Marokko gefahren, der ist wirklich prima. Zwar auch kein reiner Straßenreifen, da müsste man zum T31 greifen, aber sehr stabil und zielgenau. Auch dieser Reifen wird als Erstausrüstung auf der neuen GS kommen. Allerdings ein typischer Bridgestone. Steife Karkasse und weiches Gummi. Aus dem Grund ist er sehr handlich und präzise, aber mit weniger Eigendämpfung gesegnet. Auf „normalem“ Asphalt ist das nicht bemerkbar oder gar störend, wenn man aber in von Frostaufbrüchen geplagte Gegenden kommt, merkt man schon jeden Kieselstein und jede Furche. Mit abnehmendem Gummi verstärkt sich dieser Effekt noch.

 

Pirelli Scorpion Trail 2

Der „älteste“ aber auch meist verkaufte Reifen im Test. Kommt jetzt die Ansage: „Der König ist tot!“ ? Nee, noch lange nicht. Angezählt vielleicht, wenn’s anders wäre, hätten die Mitbewerber bei der Entwicklung ihrer neuen Reifen was falsch gemacht. Aber keineswegs altes Eisen. Auf dem PST2 fühlt man sich sofort sicher wie in Abrahams Schoß, egal was kommt, der wird einen unter allen Umständen sicher und gesund nach Hause bringen. Was mir allerdings nicht so gefällt, der PST2 ist im Vergleich mit den anderen Reifen deutlich träger als die anderen Reifen. Man gewöhnt sich sehr schnell daran, so dass es nicht mehr auffällt, wechselt man aber auf einen anderen Reifen, ist man überrascht, wie einfach Motorradfahren dann doch wieder sein kann.

Dafür kam der PST2 mit dem meisten Gummi und behielt wie der Road 5 über die gesamte Tour seine wirklich gute Performance bei.

 

Laufleistungen

Habe ich gemessen, sowohl vor, als auch nach der Tour. Die Reifen kommen alle mit unterschiedlichen Profiltiefen, verschleißen aber auch unterschiedlich.

Verrechnet man Anfangsprofiltiefe und Verschleiß, kommen ALLE Reifen auf ähnliche (theoretisch prognostizierte) Laufleistungen. Deswegen spare ich mir an dieser Stelle eine aufwändige Tabelle. Bei dem einwöchigen Test auf kleinen und kleinsten Straßen kamen wir nur auf knapp 1800 Kilometer. Reifen zeigen oft ein Verschleißverhalten, was Techniker wahrscheinlich erklären können. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, manche haben einen hohen Anfangsverschleiß um sich dann zu stabilisieren, andere halten scheinbar ewig um dann innerhalb von wenigen Kilometern aufzugeben.

Also spekuliere ich mal nicht.

 

Gibt es nun ein weltbewegendes Fazit?

Nein, der Road 5 ist der Top-Performer, allerdings ein reiner Straßenreifen, der keinen Anspruch auf Rally-Dakar Eigenschaften erhebt.

Bridgestone A41 und Pirelli Scorpion Trail 2 sind straßenorientierte Großenduroreifen, mit denen man unbesorgt auch mal einen geschotterten oder festgefahrenen Feld- oder Waldweg fahren kann, wobei ich mich auf dem Bridgestone eindeutig am Besten gefühlt habe, der Pirelli aber etwas komfortabler war.

Der neue Michelin Anakee Adventure wird sich mit TKC70 und Karoo Street sowie Pirelli STR vergleichen müssen. Die sind alle eindeutig lauter. Dafür wird der Adventure diesen Vergleich mit für diese Klasse überragenden Fahreigenschaften auf der Straße dominieren. Auf dem Schotterweg sammelt er aber in diesem Umfeld wenig bis keine Punkte. Da muss/müsste Michelin noch mal ran.

 

 

 

 

Meine Winterausstattung zum Motorradfahren

Leider sind die RUKKA-Sachen nach einem halben Jahr undicht geworden

Ich fahre ja das ganze Jahr durch, der Spruch „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“ stimmt so nicht. Es gibt sehr wohl schlechtes Wetter, bei Schnee und Eis fahre ich auch nicht los (außer zu den Elefantentreffen) , kann aber davon überrascht werden. Dann ist gescheite Ausrüstung hilfreich.

Da alle ehemals angeblich wasserdichten Anzüge mittlerweile Wasser jederzeit durchlassen,  habe ich mir jetzt einen Anzug von Rukka gegönnt, trotz des billigsten Modells Simot-Jacke und RCT-Hose bei Louis mit diversen Vergünstigungen und Boni gekauft,  habe ich immer noch 630 Euro dafür ausgegeben. Dafür ist die Membran nur als Z-Liner ausgeführt, hängt also zwischen Außenhülle und Futterstoff.  Liebend gerne hätte ich natürlich den Top-End-Laminat-Anzug gehabt, aber der hätte das dreifache gekostet, das wollte ich nicht ausgeben!

Auch der günstigste sollte dicht sein und wenn nicht, werde ich den zurückgeben.

Nachtrag Juli 2029: Genau das ist jetzt passiert! Die Jacke war nach einer einstündigen Fahrt im Nassen an den Ellbogen undicht und die Hose im Schritt und am Hintern. Ich hab sie zu Louis zurückgebracht. Das ist jetzt ein paar Tage her, man hat mir zugesichert, Ersatzklamotten zu besorgen, darauf warte ich immer noch. Gehört habe ich auch noch nichts

Leider fehlt der Jacke auch noch ein Rückenprotektor, der passende von Rukka kostet bei fast allen Anbietern 80 Euro, ich habe mich aber für den Ortho-Max von Orthema entschieden, die haben derzeit (Jahreswechsel 2018/2019)  auch eine Aktion, für 85 Euro gibt’s dann einen richtigen Rückenprotektor der nicht in der Jacke hängt, sondern immer über der Wirbelsäule gehalten wird. Ist wahrscheinlich wie so vieles eine Glaubensfrage, ein in die Textil-Jacke integrierter ist besser als gar keiner, ein „extra“-Protektor verrutscht aber nicht.

Den ersten Test hat die Jacke mal bestanden, ich habe einfach ein bisschen Wasser auf die Jacke gegossen und gekuckt, was passiert. Nix. Wie langweilig. Also hab ich mit dem Finger versucht, das Wasser in den Außenstoff einzureiben. Ging nicht. Also die Imprägnierung der äußeren Schicht scheint mal nicht schlecht zu sein.

Zum Vergleich dann auch noch die Hose nach 200 km Fahrt auf feuchter Straße, also mit jeder Menge Sprühnebel vom Vorderrad, der sich dann auf dem Gewebe niederschlägt und so ein bisschen den Lotus-Effekt beeinträchtigt.

Richtigen Dauerregen hatte ich noch nicht, der wird aber bestimmt kommen.

Darauf warte ich auch noch aus einem anderen Grund: ich habe mir für 37.51 Euro (incl. Versand) eine Unterzieh-Sturmhaube gekauft, der Kragen mit Gummizug wird über dem Jackenkragen getragen und besteht aus drei verschiedenen Materialien. Oben auf dem Kopf irgendwas, was andere Sturmhauben auch haben um den unteren Teil an Ort und Stelle zu halten. Vorne vor dem Kinn ist Neopren, dieses etwas steifere Material als Textil hält den Bereich vom Nasen- und Mundbereich weg (zumindest bei mir) und sorgt dafür, dass die Ausatemluft nicht direkt auf die Innenseite des Visiers geblasen wird. Das scheint auch zu funktionieren.

Ich habe vom Anbieter Art for function die Erlaubnis erhalten, deren Bilder zu verwenden, darauf sieht man das Prinzip wesentlich besser, als auf meinem Kleiderhakenbild. Also die beiden folgenden Bilder sind nicht von mir, sondern zur Verfügung gestellt.

Der untere Teil, der über dem Jackenkragen getragen wird,  ist aus einem Material von dem der Anbieter behauptet, dass es wind- und wasserdicht sei. Also winddicht kann ich bestätigen. Trotz Temperaturen um 0 C° hatte ich ein subjektiv angenehmeres und zugfreieres Gefühl als mit konventionellen Hauben. Es gibt etwas ähnliches für das halbe Geld von Reusch, kann man bei Polo kaufen. Das hatte ich auf der Suche nach einer Abdichtung der Schwachstelle Hals bei Starkregen auch mal gekauft. Sieht ähnlich aus wie das Teil von Scott/Art for function, hat aber einen entscheidenden Nachteil: Dort wo die Scott-Haube unten eine einstellbare Schnur zum Anpassen an die Kragenweite hat, hat die Haube von Reusch einen nicht verstellbaren straffen Gummizug, ähnlich den Beinabschlüssen von Pampers-Windeln. Das führt dazu, dass man es nicht alleine anziehen kann. Schließlich hat man schon die Jacke an, vielleicht sogar nen Pullover drunter und muss mit beiden Armen gleichzeitig sehr beweglich sein, da der unverstellbare Gummizug den Halsabschluss immer wieder verzieht, wenn man an der anderen Seite ausrichtet.  Der Scott ist da relativ easy anzu passen, da der Zug erst dann gezogen wird, wenn man die Haube über den Kragen gezogen hat, dabei genügt ein Arm, mit dem man die Haube ausrichtet. Dann zieht man vorne und es liegt dicht an. Kleines aber wichtiges Detail, das den Unterschied zwischen „billig“ und „funktioniert“ ausmacht.

Darüber trage ich im Winter meinen Held ST6, mittlerweile ein „alter“ Helm, aber aus Carbon und schön leicht. Leider öffnet das Visier nicht sehr weit, im Sommer ist das lästig, weil man die Unterkante des Visiers im Blickfeld hat und so richtig leise ist er auch nicht. Dafür passt er farblich zu fast allen Motorradanzügen.

An Handschuhen habe ich mir im November 2018 bei einem Abverkauf von Louis noch dicke Winterhandschuhe, Held Tonale gegönnt, statt 130 Euro gab’s die für 89 Taler, mit denen bin ich aber noch nicht so begeistert. Die Länge der Finger ist bei diesem Paar wie maßgeschneidert, aber das Bedienen des Navis (ich habe einen BMW-Navigator 5 der von Garmin hergestellt wurde) ist fast nicht möglich, zumindest nicht über den Touch-Screen. Ansonsten sind sie schön kuschelig und winterhandschuh-mäßig ohne ausgeprägtes Griffgefühl.

Dabei gehen die Stulpen (die man mit einem Wärmepad bestücken könnte) gerade noch so in die Ärmel der RUKKA Jacke.

Bleiben noch Stiefel; da nutze ich meine Stiefel, die ich auch im Sommer trage, Daytona Big Travel GTX. Die haben eine Lederabdeckung über den Reißverschlüssen, das ist praktisch wenn man zu den Elefantentreffen fährt, dann reibt sich kein Schnee in den Reißverschluss und man kriegt sie einfacher auf und zu. Bilder von denen stelle ich nicht ein, die sind schon über 10 Jahre alt und sehen aus, als ob ich alle Kilometer damit zu Fuß zurück gelegt hätte.

Privat: Stella Alpina 2018 Sommelier

Ich hatte den Karoo Street extra für die Fahrt zur Stella Alpina montiert. Mein Gedanke war, sowohl auf der Straße und der Anfahrt Spaß zu haben, als auch sicher zum Camp und von dort zum Gipfel zu kommen.

Durch die Vogesen regnete es, die erste positive Überraschung: Hält auch im Nassen erstaunliche Schräglagen.

 

Basislager ist das Refugio Scarfotti, wo gecampt wurde. Ab kurz hinter Bardoneccia ist die Straße nicht mehr geteert.

Bis auf wenige enge Bergauf-Rechts-Kehren ist die Fahrt zum Zeltplatz durchaus machbar. Hier mal ein Bild, was einen da so an Untergrund erwartet, also noch kein Grund für eine Reifen, der nicht reiner Straßenreifen ist.

Bei der Auffahrt zum Gipfel ändert sich aber der Untergrund und die Ansprüche etwas. Was hier durch das Ranzoomen mit dem Handy vom Zelt aus relativ harmlos aussieht, entwickelt sich je höher man kommt, zu einer Herausforderung.

Leider gings in diesem Jahr nicht ganz nach oben, die letzten Meter waren noch so hoch mit Schnee bedeckt, dass es kein Durchkommen gab.